• Lost PLace

Was ist ein Los Place

Lost Place bezeichnet Orte und Bauwerke, die ihre einstige Funktion heute nicht mehr erfüllen und in Vergessenheit geraten sind.

Es kann sich dabei beispielsweise um ehemalige militärische Einrichtungen, Industrieanlagen oder Verkehrswege handeln.

Die Objekte im engeren Sinn entstammen der industriellen Zeit (ab dem frühen 19. Jahrhundert) oder befinden sich erst seit relativ kurzer Zeit im Verfall. Vorindustrielle Ruinen, die nicht touristisch erschlossen sind, gehören im weiteren Sinne auch dazu, werden aber normalerweise nicht so bezeichnet.

Lost Place ist falsches Englisch. Im Englischen spricht man von abandoned place oder abandoned location.

Urban exploring

Mit Urban Exploration bzw. Stadterkundung meint man die Erforschung von Orten im städtischen Umfeld oder Lost Places. Oftmals handelt es sich dabei um das Erkunden alter Industrieruinen, aber auch Kanalisationen, Katakomben, Dächern oder unzugänglichen Räumlichkeiten ungenutzter Einrichtungen.

Urban Exploring existiert unabhängig vom Geocachen als eigenständiges Hobby. Da aber auch Geocaches gerne an solchen Orten versteckt werden, kann man beide Hobbies auch kombinieren.

Rechtslage

Da es nicht viele Grundstücksverwalter gibt, die Verständnis für Urban Explorer aufbringen können und Sondergenehmigungen nur äußerst schwierig zu bekommen sind, betreiben viele ihr Hobby ohne die nötigen Genehmigungen. Deshalb ist Urban Exploration meistens Hausfriedensbruch. Anders als in vielen Fällen von Hausfriedensbruch geht es den Urban Explorern nicht darum, Dinge zu zerstören, zu stehlen oder anderweitig dem Grundstück oder Gebäude und der vielleicht noch vorhandenen Einrichtung Schaden zuzufügen, sondern üblicherweise nur um die fotografische und geschichtliche Dokumentation. Menschen, die aus Zerstörungswut eben solche Industrieruinen aufsuchen, oder Kupferdiebe, die noch vorhandene Materialien und Kupferleitungen entwenden und verkaufen, werden nicht unter dem Begriff Urban Explorer erfasst und werden von der Urban-Exploration-Szene strikt abgelehnt.

Im Gegensatz zu privaten, meist illegalen Erkundungstouren werden von Organisationen wie den Vereinen Berliner Unterwelten oder Unterirdisches Zeitz offizielle Führungen und Besichtigungstouren alter städtischer Anlagen angeboten. Dies legalisiert zwar die Exkursion, radiert aber auch einen Teil der Kultur aus. „Wenn man anfängt, die Orte zu konservieren oder zu interpretieren, überschreitet man eine Linie“, sagt die britische Kulturgeografin Caitlin DeSilvey.